Berliner Geschichte

Einzigartige Gasbeleuchtung in Gefahr!


Der Abbau der weltweiten einzigartigen Gasbeleuchtung hat 2007 begonnen. Ohne parlamentarische Legimation und gegen den Willen eines Großteils der Berlinerinnen und Berliner hält die zuständige Sentatsverwaltung an ihren absurden Plänen fest, die 44.000 historischen Gaslaternen in Berlin ohne wirklichen Grund! binnen 10 Jahren gegen elektrisches Licht auszutauschen. Im ersten Schritt werden seit 2007 die Gasreihenleuchten demontiert und gegen schnöde elektrische Einheitslaternen getauscht. Bis 2015 werden die Gasreihenlaternen in Berlin verschwunden sein. Wie der zweite Schritt aussieht ist noch nicht abzusehen. Auf jeden Fall sollen dann auch im großen Stil die Aufsatzleuchten abgerissen werden. Nur an wenigen histrorischen Stadteilbereichen sollen sie stehen bleiben. Dabei hat die identitätsstiftende Wirkung der Gasbeleuchtung gerade in Berlin nahezu den Charakter eines Wahrzeichens erlangt. Die von keiner Elektrolampe auch nur annähernd erreichte Lichtqualität des Gaslichts macht den gewissen Wohlfühlfaktor der gasbeleuchteten Straßen aus.

In anderen europäischen Städten hat man die Quallität der Gasbeleuchtung längst wieder erkannt. In Prag z.B. wurden wieder Gaslaternen aufgestellt!


Der Abbau der ca. 8000 Gasreihenleuchten in Berlin hat begonnen!


Der Berliner Berliner Senat zerstört seit 2007 die sehr gut gepflegten ( z.Teil vor 5 Jahren neu installierten Gasreihenleuchtköpfe) und noch intakten Gasreihenleuchten aus den 50er Jahren. Es verschwindet eine typische Designkunst aus dieser Epoche. Straßenzüge und Kiezbereiche werden für immer verschandelt! Ganze 25-30 Millionen Euro an Steuergeldern soll es Kosten die nicht maroden Gasreihenleuchten abzubauen und durch schnöde Eletrolaternen zu ersetzen. Doch es kommt noch schlimmer, denn die neuen elektrischen Leuchtkörper sollen nur ca. 20 Jahre haltbar sein. Die Betreiberfirmen können später ungeniert ein zweites Mal vom Steuerzahler abkassieren. Auch wenn immer wieder behauptet wird, dass die Gaslaternen CO2 Killer darstelllen, scheint es bei den Elektroleuchten überhaupt keine Rolle zu spielen ob es sich um Strom aus den Braunkohlevorkommen oder um den umweltkritischen Atomstrom handelt. Teils wird mit extrem falschen Zahlen und Fakten hantiert. Das die Verstromung der Braunkohle extem viel CO2 verursacht wird mit keiner Silbe erwähnt. Auf den Wahnsinn ganze Landstriche abbzubaggern gehe ich hier erst gar nicht weiter ein. Die Gaslaternen erfüllen die EU Norm der Straßenbeleuchtung die eine bestimmte Lichtintensität vorschreibt.


Es stimmt eine Gaslaterne verursacht auf den ersten Blick erst einmal mehr Kosten. Dafür sind die Gaslaternen extrem langlebig, Masten stehen zum Teil mehr als Hundert Jahre ohne Rost, dass durchströmende Gas schützt sie, verursachen so gut wie keinen Lichtsmog und schützen unsere einheimischen Nachtfalter und andere Arten. Sehen sie sich mal eine typische Elektolaterne und eine Gaslaterne im Vergleich an. Die Eletrolaterne ist schmutzig, an ihr kleben die verendeten Insekten. Das Glas der Gaslaterne ist sauber und muss weitestgehend nicht gereinigt werden. Die Elektrolaterne ist eine wahre Insektenfalle und unterwandert den Artenschutz. Außerdem erzeugen Elektrolaternen zusätzlichen Elektrosmog der bei den neuen elektrischen Laternen anfallen wird. Die Gaslaternen sind in ihrer Nachhaltigkeit nicht zu überbieten, und sind zur Zeit noch gut in Takt. Allerdings lässt die Wartung seit Jahren nach. Ist das etwa so gewollt und gesteuert? Noch profitieren die Gasleuchten von der sehr guten Pflege der GASAG. Die hat die Laternen 1999/2000 den privaten Firmen überlassen müssen. Und raten sie mal wer heute als Betreiberfirma für die "Pflege" der Gaslaternen arbeitet? Eine Firma die selbst Strom vermarktet!


Ein Schelm wer hier böses denkt - aber es drängt sich der Verdacht auf, dass seit den letzten 3 Jahren die Gaslateren mit Absicht schlecht gewartet werden und dann Ausfallen. Soll die Bevölkerung dann mit in die Kerbe schlagen "Weg mit den alten Funzeln"? Die zuständige Senatsverwaltung lässt wertvolles Allgemeingut vergammeln und verschrotten. Dabei könnte Berlin touristisch pfunden - eine Stadt in der es noch sehr viel Gaslicht gibt. Ein Weltkulturerbe, aber die Augen und Ohren der Verantwortlichen sind fest geschlossen..............


Eine Gaslaterne erzeugt wie schon erwähnt kein UV-Spektrum das Insekten anzieht. Die Gründe für den Abbau der Gaslaternen liegen auch nicht in der Einsparung der Unterhaltungskosten für die Gaslaternen. Die sehr geringe radioaktive Belastung der Glühstrümpfe und der als viel zu hoch dargestellte CO2 Verbrauch machte sogar vor Teilen der Grünen nicht halt. Das es sich bei dem Gas um ein Naturprodukt handelt und das man sich alternative Gasquellen vorstellen könnte z.B. Methangas aus Müll und anderen Biostoffen die sowieso anfallen würden, darauf kommen sie nicht. Woher der Strom für die ausgetauschte Elektrobeleuchtung kommt scheint auch dort nicht weiter zu interessieren.


Die Elektroindustrie wittert schon seit Jahren, dass es bei der Umrüstung von Gaslaternen auf Eletroleuchten eine Menge Geld aus öffentlicher Hand zu verteilen gibt. Das weckt Begehrlichkeiten und wird auch vom Senat unterstützt. In anderen Bereichen muss natürlich gespart werden. Die 25-30 Millionen Euro könnten für soziale Zwecke in Berlin besser genutzt werden aber das steht auf einem anderen Blatt.


Das Bild zeigt eine typische Aufsatzleuchte (Typ BAMAG U7) wie sie häufig in Berlin zu finden ist.

Das Bild zeigt die ursprünglich für Hamburg entwickelte Gasreihenleuchte (Typ RL 4) aus den 50er Jahren - Sie werden in den nächsten 4 Jahren nach den Planungen des Berliner Senats verschwinden.

Das Bild zeigt die Elektroleuchte, die in den nächsten 4 Jahren die Gasreihenleuchte ersetzten wird. Noch häßlicher hätte dieser Leuchtkörper nicht ausfallen können. Es wurde nicht einmal versucht vom Design her eine Ähnlichkeit zur Gasreihenleuchte herzuleiten. Der typische Charakter der Straßen, goldgelbes warmes Gaslicht und die gefällige Form der Gasreihenleuchten, wird durch diese geschmacklosen Elektroleuchten für immer verloren gehen.

Das Bild zeigt im Vordergrund die elektrische Beleuchtung (im Herbst 2010 aufgestellt) in Berlin-Frohnau am Karmeliterweg kurz hinter der Donnersmarkallee, im Hintergrund im weiteren Verlauf der Straße stehen noch die Gasreihenleuchten.

Fotos: Christian Mey

Hier noch einmal ein Überblick über die Fakten zum Erhalt der Gasbeleuchtung:

www.gaslicht-kultur.de/argumente.htmlZurück zur aktuellen Ausgabe