Deutschland ist ein führender Exporteur des Todes
Berlin, 15. März 2010 - Dass Deutschland nach den USA und Russland an dritter Stelle der weltweiten Rüstungsexporte liegt, ist eine entsetzliche Erkenntnis des aktuellen Jahresberichts des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI. Deutschland braucht ein großes Konversionsprogramm und sollte besser Weltmeister bei den Lebenstechnologien sein, fordert der Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands.
Wie aus dem SIPRI-Bericht hervorgeht, sind in den letzten fünf Jahren allein die deutschen Rüstungsausfuhren um 70 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum stieg der weltweite Waffenhandel um 21 Prozent. Deutschland ist vor allem beim Export von Panzern und U-Booten gefragt, aber auch bei Fregatten, Kampfhubschraubern, Pistolen, Gewehren und Munition.
Deutschland, so die traurige Wahrheit, ist ein führender Exporteur des Todes. Auf Platz vier liegt Frankreich, an fünfter Stelle Großbritannien. Danach folgen die Niederlande, Italien, Spanien und Schweden. Es ist traurig, dass vor allem europäische Staaten an der Spitze der Kriegsgerät-Exporteure stehen. Sie liefern vor allem Waffen in die Nahostregion. Dort findet eine systematische Hochrüstung statt.
Es ist unglaublich, dass die westlichen Staaten zuerst die instabilen Länder hochrüsten, um dann die Gefahren autoritärer Regime zu beklagen. Dabei liegen die Rüstungsexporte wahrscheinlich noch deutlich höher, denn das, was auf dem Schwarzmarkt veräußert wird, ist in den SIPRI-Zahlen nicht enthalten. Diese erfassen nur die offiziell genehmigten Exporte. Der illegale Anteil ist auf jeden Fall beträchtlich.
Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, die Rüstungsexporte deutlich zu senken. Unser Land muss Weltmeister sein bei den Lebenstechnologien, bei Umwelt, Gesundheit und Energie, nicht aber bei den Todestechnologien. Ein großes Konversionsprogramm ist überfällig.
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